Marktspiegel 12.11.2019

SPD OB-Kandidaten aus Nürnberg und Schwabach bestehen auf Mindestabstände

Streit um die Monstertrassen: Auch eine Erdverkabelung im Rednitztal kommt nicht in Frage!

 

Thema Ersatzneubau der Jura-Leitung: Thorsten Brehm (Bild) und Peter Reiß sprechen sich für unbedingte Einhaltung der Mindestabstände aus.

  • Thema Ersatzneubau der Jura-Leitung: Thorsten Brehm (Bild) und Peter Reiß sprechen sich für unbedingte Einhaltung der Mindestabstände aus.
  • Foto: Ludwig Olah
  • hochgeladen von Nicole Fuchsbauer

NÜRNBERG/SCHWABACH (pm/nf) – Der geplante Ersatzneubau der Juraleitung bewegt nach wie vor die Region. Die beiden SPD Oberbürgermeister-Kandidaten Thorsten Brehm aus Nürnberg und Peter Reiß aus Schwabach pochen darauf, dass die Mindestabstände (nach dem Landesentwicklungsplan) für Höchstspannungsfreileitungen eingehalten werden.

Diese betragen 400 Meter zu Wohngebäuden im Geltungsbereich eines Bebauungsplans oder im sogenannten Innenbereich sowie zu Schulen, Kindertagesstätten, Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen. Ansonsten sind es mindestens 200 Meter zu allen anderen Wohngebäuden.

„Der Gesundheitsschutz der Bürgerinnen und Bürger steht für uns an oberster Stelle. Die Trassenbau-Firma TenneT muss deshalb die Mindestabstände einhalten“, fordert Nürnbergs SPD-Vorsitzender Brehm. „Auch eine alternative Lösung mit einer Erdverkabelung kommt für uns im Rednitztal nicht in Frage. Die Intensität der baulichen Eingriffe und die Breite des Kabelgrabens stellen einen nicht vertretbaren Eingriff in die Kulturlandschaft und den für die Landwirtschaft existenziellen Wasserhaushalt und die Bewässerung dar.“

,,Auch in Schwabach wären sowohl bei einer Trassenführung im Norden als auch im Süden die 400 Meter Abstand gegenüber der Bevölkerung nicht eingehalten“, so der Schwabacher SPD-Vorsitzende Reiß. „Deshalb werden wir gemeinsam gegen diese Trassenverläufe mobilisieren und verhindern, dass die Interessen der Menschen gegeneinander ausgespielt werden. Weder durch Obermainbach und die dortigen Siedlungen beziehungsweise die dortigen Waldgebiete und das Wasserschutzgebiet, noch in der Nähe von Wolkersdorf, Dietersdorf und Limbach oder das Rednitztal wollen wir eine solche Monstertrasse gebaut sehen.“

Insgesamt hegen Brehm und Reiß Zweifel an der Notwendigkeit der milliardenschweren Investitionen in solche Riesentrassen. „Unser Ansatz zur Energiewende setzt auf regenerative Energien und dezentrale Produktion – also eine regionale Energiewende. Der Strom soll vor allem dort erzeugt werden, wo er auch verbraucht wird. Das fördert auch die lokale Wirtschaft und nicht die großen Konzerne“, unterstreichen Brehm und Reiß.

Thema Ersatzneubau der Jura-Leitung: Thorsten Brehm (Bild) und Peter Reiß sprechen sich für unbedingte Einhaltung der Mindestabstände aus.

Ersatzneubau der Jura-Leitung: Brehm und Reiß (Bild) sprechen sich für unbedingte Einhaltung der Mindestabstände aus.

Ein Kommentar zu „Marktspiegel 12.11.2019

  1. Die immer wieder geforderte Einhaltung des Mindestabstands mit 400 Meter sind ein Muss, zumal bei einer Freileitung der Elektrosmog noch gar nicht mit berücksichtigt ist. Alle anderen Abstände mit 200 Meter sind ein total falsche Zugeständnis und ein riesiger Fehler dieses Zugeständnis überhaupt zu erwähnen.
    Da es hier in Bayern dazu noch weitere sehr zahlreiche, fragwürdige Abschwächungen und Ausnahmeregelungen gibt, die sich in keinster Weise mit den Gesetzgebungen anderer Bundesländer in Deutschland und anderen europäischen Ländern decken, gibt es nur einen Weg hier endlich eine klare Regelung zu bekommen, nämlich den Weg zum EuGH.
    Das muss so schnell als möglich in Angriff genommen werden, damit wir endlich Klarheit bekommen wie die Trasse nicht verlaufen darf. Wir verrennen uns ständig mit unseren Forderungen des nicht geklärten Mindestabstands. Den Antrag zur Überprüfung beim EuGH zu den relevanten Gesetzlichkeiten in Bayern sollten die Juristen vorbereiten. Und wenn das Geld kostet, dann bin ich auch gerne bereit, meinen Anteil dafür zu bezahlen.
    Diese Gedanken treiben mich an seitdem ich vor einigen Monaten die Vorträge von Prof Dr. Ing. Wusschek und
    Frau Dr. Janine-Alison Schmidt in Postbauer-Heng gehört hatte. Wir müssen kämpfen, kämpfen, kämpfen, weil es um unsere Gesundheit geht.

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