Originalzitate zum Schutz vor elektromagnetischer Strahlung

Im Folgenden sind ein paar Zitate aus Studien zur elektromagnetischen Srahlung, die von der Bundesregierung in Auftrag gegeben worden sind:


Aus „Strahlenschutz beim Ausbau der Stromnetze“, (September 2015) :

„Aus wissenschaftliche Studien gibt es jedoch Hinweise auf statistische Zusammenhänge zwischen bestimmten Krankheitsbildern und elektromagnetischen Feldern unterhalb der Grenzwerte.“ |Seite 9

„Schon bei der Planung von Hochspannungsleitungen sowie anderen Anlagen der Stromversorgung sollte ausreichender Abstand zu Wohngebäuden eingehalten werden. Neue Trassen sollten möglichst nicht durch Wohngebiete führen.“ | Seite 9


Aus „Gesundheitliche Risiken durch die niederfrequenten Felder der Stromversorgung –
Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse und offene Fragen“ (2013) © Bundesamt für Strahlenschutz :

„Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) setzt sich zusätzlich für geeignete Vorsorgemaßnahmen ein, die den bestehenden wissenschaftlichen Unsicherheiten hinsichtlich der gesundheitlichen Wirkungen niederfrequenter
Felder Rechnung tragen.“ Seite 47

„Unterhalb der Grenzwerte sind Vorsorgemaßnahmen zu ergreifen, um den wissenschaftlichen Unsicherheiten Rechnung zu tragen und mögliche Gesundheitsrisiken zu minimieren. Auch die Vorsorge sollte gesetzlich verankert werden.“ Seite 55

„Der zusätzliche Immissionsbeitrag einer neuen oder wesentlich veränderten Hochspannungsleitung sollte die bestehende zivilisatorisch bedingte Hintergrundbelastung an Orten, wo sich Personen gewöhnlich einen großen Teil des Tages aufhalten, nicht wesentlich erhöhen.“ Seite 55

„Dies kann erreicht werden durch die technische Auslegung der Anlage (Phasenbelegung, Erdverkabelung etc.) und durch Beachtung bestimmter Abstände zwischen Anlage und Wohnungen.“ Seite 56

„Aufgrund der Ergebnisse epidemiologischer Studien liegt die Priorität der wissenschaftlichen Forschung derzeit auf der Leukämie im Kindesalter und den neurodegenerativen Erkrankungen.“ Seite 50

„Seit 2002 sind niederfrequente magnetische Felder von der IARC in Klasse 2B „möglicherweise kanzerogen“ eingestuft (IARC 2002). Die IARC ist Teil der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Ausschlaggebend für die Einstufung niederfrequenter magnetischer Felder als „möglicherweise kanzerogen“ sind die konsistenten Ergebnisse der epidemiologischen Studien zum statistischen Zusammenhang zwischen einer Exposition mit niederfrequenten Magnetfeldern oberhalb einer Schwelle von etwa 0,3–0,4μT (zeitlich gemittelt) und Leukämie im Kindesalter.“ Seite 51


Aus „Strahlenschutz beim Stromnetzausbau –
das Forschungsprogramm des Bundesamtes für Strahlenschutz“, (2018) © Bundesamt für Strahlenschutz:

„Beim Ausbau der Stromnetze müssen Fragen des Gesundheits- und Strahlenschutzes von Anfang an berücksichtigt werden. Die Grenzwerte der 26. Bundesimmissionsschutzverordnung (26. BImSchV) schützen vor allen nachgewiesenen gesundheitlichen Risiken durch statische und niederfrequente elektrische und magnetische Felder, die von Stromleitungen ausgehen.“ Seite 107

„Es gibt jedoch wissenschaftliche Unsicherheiten in Bezug auf mögliche gesundheitliche Wirkungen unterhalb dieser Grenzwerte und weitere offene, nicht oder wenig untersuchte Fragen, wie zum Beispiel Wahrnehmungsschwellen elektrischer Felder.“ Seite 108


Aus Moderne Stromnetze als Schlüsselelement einer nachhaltigen Stromversorgung
Diskursanalyse zu möglichen gesundheitlichen Auswirkungen niederfrequenter Feldern (2013)
Auftraggeber: Deutscher Bundestag Auftragnehmer: ECOLOG-Institut für sozial-ökologische Forschung und Bildung gGmbH:

Unzureichender Grenzwertschutz „Die 26. BImSchV wurde gerade erst geändert. Für 50 Hz-Felder wurden die Grenzwerte, zumindest soweit sie von Hochspannungsanlagen verursachte werden, nicht verändert. Es ist nicht davon auszugehen, dass die Grenzwerte in absehbarer Zeit abgesenkt werden.“

„Die Einhaltung des Grenzwertes für niederfrequente Magnetfelder von 100 μT gewährleistet jedoch aus Sicht vieler gesellschaftlicher Akteure sowie einer nicht kleinen und aufgrund ihrer Qualifikation nicht zu ignorierenden Zahl von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern unter Vorsorgegesichtspunkten keinen hinreichenden Schutz der gegenüber den Feldern von Hochspannungstrassen exponierten Bevölkerung.“ Seite 75

Moderne Stromnetze als Schlüsselelement einer nachhaltigen Stromversorgung Diskursanalyse zu möglichen gesundheitlichen Auswirkungen niederfrequenter Feldern (2013) Auftraggeber: Deutscher Bundestag
Auftragnehmer: ECOLOG-Institut für sozial-ökologische Forschung und Bildung gGmbH

BFS-Empfehlung eines anlagebezogenen Vorsorgewertes von 0,1 μT

„Eine deutliche Verbesserung im Sinne eines vorsorgenden Gesundheitsschutzes würde die Umsetzung des Vorschlags aus dem Bundesamt für Strahlenschutz bringen, den Beitrag neuer oder wesentlicher veränderter  Hochspannungsleitungen soweit zu begrenzen, dass die durch den Betrieb von elektrischen Geräten und Anlagen ohnehin vorhandene Hintergrundbelastung nicht wesentlich erhöht wird.“ Seite 75

„Dies würde auf einen faktischen anlagebezogenen Vorsorge- oder Beurteilungswert von 0,1 μT hinauslaufen.“ Seite 75

Revision der Grenzwertempfehlungen

„Die von Chen et al. mit verbesserten anatomischen Modellen durchgeführten Berechnungen zeigen, dass die mit den bisherigen, auch von der ICNIRP angewendeten, Verfahren aus den Grenzwerten für die Basisgrößen abgeleiteten Grenzwerte für die äußeren Felder nicht in jedem Fall gewährleisten, dass die Basisgrenzwerte im Gehirn nicht überschritten werden.“ Seite 65

„Die Autoren empfehlen aufgrund der Ergebnisse ihrer Untersuchungen eine Revision der  Grenzwertempfehlungen.“ Seite 65

Vorgabe der Anwendung des Vorsorgeprinzips

„Es gibt durch epidemiologische Studien belegte Zusammenhänge zwischen den Expositionen gegenüber niederfrequenten magnetischen Feldern und vor allem dem Risiko für Leukämieerkrankungen bei Kindern und, in geringerem Umfang, für Demenzerkrankungen bei Erwachsenen.“ Seite 42

„Von wissenschaftlichen Kommissionen, auf die sich die EU-Kommission stützt, wird bemängelt, dass die in epidemiologischen Studien festgestellten Zusammenhänge zwischen erhöhten Expositionen und chronischen Erkrankungen nicht durch experimentelle Untersuchungen gestützt werden und dass bisher kein biophysikalischer Primärmechanismus bekannt ist, der die Auslösung der Krankheit erklären könnte.“ Seite 42

„Das heißt, es gibt deutliche wissenschaftliche Hinweise auf Gesundheitsrisiken durch niederfrequente magnetische Felder. Die Risiken sind aber wegen wissenschaftlicher Komplexität, Unsicherheit und Unwissenheit nicht voll nachweisbar und ihr Umfang kann nicht exakt angegeben werden. In solchen Situationen ist den Vorgaben der Europäischen Kommission zufolge das Vorsorgeprinzip anzuwenden.“ Seite 42

Weite Fassung des Vorsorgeprinzips durch die EU-Kommission

„In einer Entschließung des Rates der Europäischen Gemeinschaften vom 13. April 1999 war die Kommission aufgefordert worden, „sich künftig bei der Ausarbeitung von Vorschlägen für Rechtsakte und bei ihren anderen verbraucherbezogenen Tätigkeiten noch entschiedener vom Vorsorgeprinzip leiten zu lassen und vorrangig klare und effiziente Leitlinien für die Anwendung dieses Prinzips zu entwickeln.“ Seite 39

„Das Vorsorgeprinzip wird im Vertrag von Amsterdam nur im Zusammenhang mit dem Umweltbereich ausdrücklich erwähnt, die EU-Kommission vertrat und vertritt aber die Auffassung, dass der Anwendungsbereich wesentlich weiter zu fassen ist: Das Vorsorgeprinzip ist in allen konkreten Fällen anzuwenden, in denen die wissenschaftlichen Beweise nicht ausreichen, keine eindeutigen Schlüsse zulassen oder unklar sind, in denen jedoch aufgrund einer vorläufigen und objektiven wissenschaftlichen Risikobewertung begründeter Anlass zur Besorgnis besteht, dass die möglicherweise gefährlichen Folgen für die Umwelt und die Gesundheit von Menschen, Tieren und Pflanzen mit dem hohen Schutzniveau der Gemeinschaft unvereinbar sein könnten.“ Seite 40

„Ein Rückgriff auf das Vorsorgeprinzip ist der Mitteilung der Kommission zufolge nur im Fall eines potenziellen Risikos möglich. Ein potenzielles Risiko kann aber auch dann vorliegen, wenn dieses Risiko nicht voll nachweisbar ist, wenn nicht messbar ist, in welchem Umfang ein Risiko besteht oder wenn wegen unzureichender oder nicht eindeutiger wissenschaftlicher Daten nicht feststellbar ist, wie sich das Risiko auswirken kann.“ Seite 40

Kritik an ICNIRP als Institution

„Von Bürgerinitiativen und Umweltverbänden, aber auch von wissenschaftlicher und politischer Seite, werden der ICNIRP mangelnde demokratische Legitimation, eine einseitige wissenschaftliche Sichtweise und eine zu große Nähe zur Industrie vorgeworfen … Der letzte Vorwurf wird dadurch bestärkt, dass einem langjährigen Mitglied der ICNIRP die Mitwirkung in einer Expertenkommissionen der IARC wegen des Verdachts mangelnder wissenschaftlicher Unabhängigkeit verwehrt wurde.“ Seite 28

Grenzwertkritik

„Das Verfahren zur Bestimmung der Grenzwerte und ihre Höhe werden von Bürgerinitiativen und Umweltverbänden, aber auch von wissenschaftlicher Seite, unter anderem kritisiert, weil der Festsetzung der Grenzwerte nur die Schwellen für akute biologische Wirkungen zugrunde gelegt wurden, die weitgehend konsistente epidemiologische Evidenz für eine krebserregende Wirkung im Bereich sehr niedriger magnetischer Flussdichten nicht angemessen berücksichtigt wurde, die von der ICNIRP angesetzten Sicherheitsfaktoren für niederfrequente elektrische und magnetische Felder im Vergleich mit in der Toxikologie üblichen Sicherheitsfaktoren sehr niedrig sind und die mathematischen Modellierungen des menschlichen Körpers, anhand derer die Expositionsgrenzwerte aus den Werten für die kritischen elektrischen Feldstärken im Körper (Basisgrenzwerte) abgeleitet werden, zu ungenau sind, was in einigen Frequenzbereichen zu überhöhten Grenzwerten führen kann.“ Seite 71 f.


Links:
https://p53schwabachhome.files.wordpress.com/2019/05/bfs_stromnetzausbau_2018-01.pdf
https://p53schwabachhome.files.wordpress.com/2019/05/bfs_stromnetzausbau_2015-09.pdf
https://p53schwabachhome.files.wordpress.com/2019/05/bfs_stromnetzausbau_2013.pdf
https://p53schwabachhome.files.wordpress.com/2019/05/ecolog-2013.pdf

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2 Kommentare zu „Originalzitate zum Schutz vor elektromagnetischer Strahlung

  1. Vielen Dank für die Übermittlung der Original Zitate. Abschnittweise hatte sich auch Frau Dr. Janine-Alison Schmidt am 14.5. in Postbauer-Heng geäußert, wobei sie den Grenzwert von 100 Mikro Tesla an den Anfang gesetzt hatte. Das hatte mich stark irritiert. Allerdings jetzt mit Ihren Texten wird das Ganze etwas klarer. Ich habe den offensichtlichen Eiertanz, den Frau Dr. Schmidt, so kam mir es vor, dort vorgeführt hatte. Glücklich war sie dabei nicht. Auch die Einwände von der kleinen Gruppe von der Fa. Allianz-Versicherungen und mir betreffend Auswirkungen der Koronaentladungen mit den daraus resultierenden ionisierten Gasen, stark verunreinigt durch magnetisierte Staubpartikel und Ozon, wurde auch zur Kenntnis genommen, da ich ich sie aufgefordert hatte, diesen Sachverhalt unter dem Aspekt der gesundheitlichen Gefährdung zu untersuchen

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  2. Eine Bemerkung von Prof. Dr. Wuschek, die er am 14. 5. bei der Veranstaltung in Postbauer-Heng machte, geht mir nicht mehr aus dem Kopf. Er äußerte sich dahin gehend, dass die Jura Leitung P53 beschlossene Sache in der Ausführung als Freileitung und an der geplanten und bereits vorgestellte Stelle. Über die Juraleitung wurde im Bundestag und im Bundesrat bereits mit Mehrheit abgestimmt und hat daher Gesetzeskraft. Ist das nun Taktik und hätte dann die noch nicht eingebrachten Alternativvorschläge überhaupt keinen Sinn? Oder könnte man über den juristischen Weg noch Änderungen einbringen, wie z. B. die Jura-Leitung soll als Erdkabel ausgeführt werden, weil ansonsten die Ausführung als Freileitung nicht den Vorsorgeprinzipien entsprechen würde?

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